ZZ Top - Museumsmeile Bonn am 11. Juli 2008

Nachdem im letzten Jahr die Tournee der "kleinsten Big Band der Welt" wegen einer schweren Erkrankung von Bassist Dusty Hill kurzfristig gecancelt worden war, kam ZZ Top in diesem Jahr für 2 Konzerte (Bonn und Potsdam) nach Good Old Germany.

Ich hatte sie noch nie live erlebt und freute mich darauf sie in Bonn auf der Museumsmeile endlich "on Stage" zu sehen und zu hören.

Halb sechs war Einlass auf die Museumsmeile und wir stellten uns brav in eine seltsamerweise sehr gut gelaunte und schon beträchtlich lange Schlange ein.

Durch unser frühes Erscheinen ergatterten wir uns einen Platz in der Nähe der Bühne und hatten eine super Sicht und dank des perfekt eingestellten Sounds einen richtig fetten Hörgenuss, was bei so vielen Konzerten in der Nähe der Lautsprecherboxen ja keine Selbstverständlichkeit ist.

 Wir hatten eigentlich Lance Lopez erwartet, der in einigen früheren Werbeplakaten als Support angekündigt war.

Doch als "Anheizsupport" waren 4 Jungs aus dem Sauerland verpflichtet worden. Moderate Pace, eine Southern Bluesrockband die sich besonders in der Bikerszene und da speziell auf Harley Davidson Festivals, einen Namen gemacht haben, legten von Beginn an volles Rohr los.

Die Band, versehen mit einer richtig guten, schmutzigen Gitarre und einer bemerkenswerten "Rockröhre" des Leadgitarristen Butcher brachten die , schätzungsweise, auf mittlerweile einige tausend angewachsenen ZZ Top - Jünger aus dem Stand in Stimmung.

Man sah und fühlte den Jungs den Spass und den Stolz richtig an, für ihre "Idole" den Weg zu bereiten.

Stürmischer Applaus einer "vollen Hütte" war ihr mehr als wohlverdienter Lohn.

Und dann waren sie da, die Veteranen des Texas Bluesrock..

Von ohrenbetäubendem Jubel begrüsst und in allerbester Laune zogen diese 3 "Haudegen" eine "Granate" nach der anderen aus ihrem Repertoire und servierten es einem fast aus dem Häuschen geratenen phantastischen Publikum.

Mannohmann...Gänsehaut pur !!!

 

Diese, schon zu Lebzeiten zur Legende gewordenen texanischen Bluesrocker, die fast  2 Generationen auf der Bühne stehen, haben nicht den Hauch an Faszination verloren.

Dieses skurile Erscheinungsbild der Band ist schon ein Schmankerl für sich. Von den Standmikros in Form von Truckauspüffen angefangen, über die abenteurlichen Kopfbedeckungen, bis zu später mit Schafsfell überzogenen Gitarren zollen sie augenzwinkernd auch den Country und Truckerfans ihren humorigen Tribut.

Köstlich.

Billy Gibbons in Action

Der Mann versteht mit seinem Publikum zu kommunizieren wie kein Zweiter. Kleine fast unscheinbare Gesten geraten zum Ausgangspunkt von Jubelstürmen. Seine Gitarrenarbeit hat in all diesen langen Jahren nichts an Brillanz verloren, sondern er erzeugt damit einen Sound der an diesem Sommerabend die Museumsmeile rockt und jedem Besucher das Bluesrockherz aufgehen lässt.

Sicher, die Karten waren nicht billig und man fragt sich manchmal ob solche Events es wert sind. Für den heutigen Abend kann ich das für mich voll bejahen. Ja dieses ZZ Top Konzert war das wert und ich bekam für jeden Cent den ich löhnte meine Packung an legendären Songs zurück.

 

Während die beiden "Zirkuspferde" in der Frontline ihre grandiose "Show" abzogen, wurden sie von Frank Beard an den Drums mit stoischer Ruhe, jedoch ungeheuer druckvoll vorangetrieben.

Mit geschlossenen Augen an seinem Monsterdrumset gab er ohne irgendwelche "Mätzchen" die Marschrichtung vor.

Absolut geiler Job Mister Beard !!

Sichtlich gut drauf, humorvoll und anscheinend Gottseidank wieder genesen von seiner Erkrankung zeigte sich Bassist Dusty Hill dem Bonner Publikum.

Sein fetter Bass legte das Fundament für einen Soundteppich auf dem sich dann Billy Gibbons austoben konnte.

Wären sie nicht schon fast 40 Jahre zusammen müsste man sagen die beiden haben sich gesucht und gefunden.

Die berühmten kleinen "choreographischen" Einlagen waren einfach nur köstlich anzuschauen. Das Publikum war für jeden gemeinsamen "Gitarren- oder Fusschlenker" dankbar :-)

Sie verbreiteten einfach nur gute Laune.

Keine Allüren, kein Stargehabe sondern eine Band die für ihre Fans dem Affen Zucker gibt.

Und genau dafür waren fast alle gekommen.

Das ganze glich einem wunderbar friedlichen, humorvollen gut aufgelegtem "Klassentreffen" von Anhängern dieser Band.

Das Alter der Besucher ging dabei quer durch alle Schichten.

Selbst dies schien das Normalste der Welt zu sein an diesem Abend

Mit den normalen Eindrücken meiner Konzertbesuche ist der Auftritt dieser Ausnahmeband wohl nicht zu beschreiben.

Es war ein Erlebnis !!

Zugabe um Zugabe wurden gefordert in einer Lautstärke wie ich sie selten gehört habe. Und die Texaner liessen sich nicht lange bitten, sondern zollten dem Verlangen iher Verehrer ihren Tribut.

So wurde nochmal Foxy Mama oder der Jailhouse Rock aus der Hüfte abgefeuert..

Unter dem frenetischen Jubel für ein Oberklasse Konzert wurden die Helden des texanischen Bluesrock vom restlos zufriedenenPublikum schliesslich entlassen.
Auch das Drumherum hat gestimmt.

Dezente aber wirkungsvolle Security

Vorzügliches Catering und Bewirtung

Klasse Location

Im Vorfeld oder nach dem Konzert gab es reichlich Gelegenheit sich auszutauschen oder das Adrenalin bei einem Bierchen gemütlich abzubauen.

Also wenn die wiederkommen da geh ich wieder hin !!!

Das sei getrommelt und gepfiffen!

Wenn ich euch was raten darf:

Geht Mit !!!!!